Ein Münchner Homo versucht sich am dissen, scheitert aber dabei jämmerlich. Denn mehr als das Beklagen darüber, dass selbst die dumme linke Einsortierung (s. vorherigen Eintrag) zwecks Skandalisierung in moralisch zu verurteilende Oberkategorien immer noch einen objektiven Gehalt hat (nämlich die Betroffenen als Sortierungskriterium), statt seiner Willkür unterworfen zu sein, weil er ein Homo, also ein Betroffener ist, bringt er bei seinem Versuch nicht zustande:
“was ich auf jeden fall gar nicht leiden kann, ist, wenn mir als schwuchtel von menschen, die sich zumindest nicht explizit als homo/queer/trans*/inter definieren, erzählt wird, was als homophob zu bewerten ist und was nicht. meiner ansicht nach ist ein wichtiger schritt in richtung emanzipation, den diskriminierten menschen die definitionsmacht über ihre diskriminierung zuzusprechen.“
Dass das auch noch geheuchelt ist, müssen wir schon fast nicht mehr dazu schreiben, versteht sich das doch von selbst, wenn ein moralischer Titel (hier: die Selbstidentifikation als Homo, also als Unterdrückter) die Berechtigung des Anliegens unterstreichen soll. Denn das Anliegen hat schließlich einen getrennt davon existierenden Inhalt, um den es dabei geht. Wenn der Kommentator sich also als “explizit als homo/queer/trans*/inter” bezeichnet hätte, würde unser (no homo) Münchener Homo dessen Inhalt doch immer noch nicht teilen. Statt das aber zu sagen und inhaltlich zu argumentieren, zieht er lediglich seine angebliche höhere moralische Berechtigung als der Kommentator heran, weil er sich als Homo definiert und jener nicht.
Du “Schwuchtel” solltest also das Dissen lieber Leuten überlassen, die etwas davon verstehen – uns beispielsweise.
26. Juli, 2008 at 10:22 pm
Du hast es aber mit den Schwulen, wa?
27. Juli, 2008 at 12:18 am
Nein, ich habe nichts mit Schwulen.
27. Juli, 2008 at 12:33 am
aber siehs ein: für deinen dreck interessiert sich keiner mehr…
27. Juli, 2008 at 12:42 am
und nenn mich nicht schwuchtel! auch nicht mit anführungszeichen!
27. Juli, 2008 at 12:55 am
@ Schildblödchen: Schon Dein Kommentar beweist doch das Gegenteil. Dieses Abwinken “ach, uninteressant”, wenn Euch doch die Empörung immer und immer wieder anzumerken ist, Ihr aber nicht auf den Inhalt eingehen wollt, ist schlicht lächerlich.
@ “Schwuchtel“: Wir waren nur so rücksichtsvoll, auf Deine Eigenbezeichnung, welche Du als moralischen Titel vor Dir herträgst, zitierend zurückzugreifen:
“was ich auf jeden fall gar nicht leiden kann, ist, wenn mir als schwuchtel [...]“. Also sag was zum Inhalt, oder halte die Klappe, Du “Schwuchtel“!
27. Juli, 2008 at 1:36 am
dissen, du bist so peinlich, das gibt’s gar nicht mehr.
27. Juli, 2008 at 8:42 am
Klar, um auf Dein Niveau zu kommen, müssten wir Homos, die verkehrten Kram vertreten, als “Spinatstecher” beschimpfen. Aber das wäre uns dann doch zu homophob.